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Unternehmensführung

Mitarbeitende Angehörige im Einzelunternehmen 2026 — wann die Hilfe des Ehepartners den vollen ZUS-Beitrag bedeutet

· 6 Min. Lesezeit

In Familienbetrieben ist die Hilfe von Angehörigen etwas Selbstverständliches: Der Ehepartner nimmt Anrufe entgegen, stellt Rechnungen aus oder führt den Laden, während der Inhaber beim Kunden ist. Die polnische Sozialversicherungsanstalt ZUS sieht für solche Hilfe jedoch eine eigene Definition und eigene finanzielle Folgen vor. Die „osoba współpracująca“ (mitarbeitende Angehörige) ist ein eigenständiger Versicherungstitel, und die Beiträge dafür sind deutlich höher, als die meisten Unternehmer erwarten.

Wer als mitarbeitende Angehörige im Sinne der ZUS gilt

Das Gesetz über das Sozialversicherungssystem nennt einen abschließenden Kreis naher Angehöriger: Ehepartner, eigene Kinder, Kinder des anderen Ehepartners und adoptierte Kinder, Eltern, Stiefmutter und Stiefvater sowie Adoptierende. Damit der Status entsteht, müssen zwei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein — ein gemeinsamer Haushalt mit dem Unternehmer und eine tatsächliche Mitarbeit bei der Führung des Betriebs. Das Gesetz sieht eine Ausnahme vor: Es gilt nicht für Personen, mit denen ein Arbeitsvertrag zum Zweck der Berufsausbildung geschlossen wurde.

Personen außerhalb dieses Kreises — Geschwister, Schwiegereltern, Schwiegersohn, Schwiegertochter, nichtehelicher Partner — sind keine mitarbeitenden Angehörigen, selbst wenn sie unter einem Dach wohnen; sie werden nach den allgemeinen Regeln beschäftigt und die Beiträge vom tatsächlichen Entgelt berechnet. Das Kriterium des gemeinsamen Haushalts wirkt auch umgekehrt: Ein erwachsenes Kind, das beim Elternteil wohnt und im Betrieb mithilft, ist eine mitarbeitende Angehörige, ein getrennt wohnendes Kind dagegen nicht.

Am wichtigsten ist ein Grundsatz, den man leicht vergisst: Über den Status entscheidet weder die Vertragsform noch deren Fehlen. Wenn ein Familienmitglied aus dem genannten Kreis tatsächlich und dauerhaft im Betrieb mithilft — auch unentgeltlich und ohne jedes Dokument —, behandelt die ZUS diese Person als mitarbeitende Angehörige. Gelegentliche, geringfügige Hilfe wird anders beurteilt, doch die Grenze wird im Einzelfall bewertet.

Was eine mitarbeitende Angehörige 2026 kostet

Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge ist ein erklärter Betrag, der nicht niedriger sein darf als 60 % des prognostizierten durchschnittlichen Monatsentgelts. Im Jahr 2026 sind das 5652 PLN — genau so viel wie die Grundlage des vollen ZUS-Beitrags eines Unternehmers. Wichtig: Die Grundlage hängt weder davon ab, wie viel die mitarbeitende Person tatsächlich verdient, noch davon, wie viele Stunden sie dem Betrieb widmet.

Von der Grundlage von 5652 PLN betragen die Beiträge im Jahr 2026: Rentenversicherung 19,52 % — 1103,27 PLN, Erwerbsminderungsversicherung 8 % — 452,16 PLN, Unfallversicherung 1,67 % (Satz für Beitragszahler mit bis zu 9 Versicherten) — 94,39 PLN, freiwillige Krankengeldversicherung 2,45 % — 138,47 PLN sowie Arbeitsfonds und Solidaritätsfonds 2,45 % — 138,47 PLN. Zusammen ergibt das 1926,76 PLN monatlich.

Der Krankenversicherungsbeitrag der mitarbeitenden Angehörigen ist pauschal und wird völlig anders berechnet als beim Unternehmer. Er beträgt 9 % einer Grundlage in Höhe von 75 % des durchschnittlichen Monatsentgelts im Unternehmenssektor im vierten Quartal des Vorjahres, einschließlich Gewinnausschüttungen. Für das vierte Quartal 2025 belief sich dieses Entgelt auf 9228,64 PLN, die Grundlage 2026 beträgt somit 6921,48 PLN und der Beitrag 622,93 PLN monatlich. Die Besteuerungsform des Betriebs und dessen Einkommen spielen dabei keine Rolle.

Insgesamt kostet eine mitarbeitende Angehörige mit freiwilliger Krankengeldversicherung im Jahr 2026 rund 2549,69 PLN monatlich. Alle diese Beiträge finanziert und zahlt der Unternehmer aus eigenen Mitteln, zusätzlich zu den Beiträgen für sich selbst.

Vergünstigungen des Unternehmers gehen nicht auf die Familie über

„Ulga na start“ (beitragsfreier Start), der vergünstigte ZUS-Beitrag, „Mały ZUS Plus“ und die Beitragsferien sind Vergünstigungen, die der die Tätigkeit ausübenden Person zustehen, nicht der mit ihr mitarbeitenden Person. Daraus ergibt sich eine besonders am Anfang überraschende Situation: Ein Unternehmer, der in den ersten sechs Monaten die „ulga na start“ nutzt, zahlt für sich keine Sozialversicherungsbeiträge, für den mithelfenden Ehepartner jedoch die vollen Beiträge von der Grundlage 5652 PLN.

Deshalb lohnt es sich, die Kosten eines Familienbetriebs im Voraus zu berechnen. Manchmal ist die Einstellung einer familienfremden Person günstiger, manchmal eine eigene Gewerbetätigkeit des Ehepartners mit gegenseitiger Abrechnung per Rechnung. Jede Variante hat jedoch eigene steuerliche Folgen und erfordert eine seriöse Beurteilung statt einer nur scheinbaren Optimierung.

Wann nur der Krankenversicherungsbeitrag anfällt

Die häufigste Möglichkeit, die Kosten zu senken, ergibt sich aus dem Zusammentreffen von Versicherungstiteln. Ist die mitarbeitende Angehörige gleichzeitig in einem anderen Unternehmen in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt und beträgt ihr Entgelt mindestens den Mindestlohn (4806 PLN brutto im Jahr 2026), so sind die Renten- und Erwerbsminderungsversicherung aus der Mitarbeit nicht obligatorisch. Der Unternehmer meldet diese Person dann ausschließlich zur Krankenversicherung mit dem Formular ZUS ZZA an.

Zu beachten ist jedoch, dass der Krankenversicherungsbeitrag aus jedem Titel gesondert geschuldet wird — eine Anstellung in einem anderen Unternehmen befreit nicht von den 622,93 PLN monatlich aus der Mitarbeit. Andere Titelkonstellationen, etwa Mutterschaftsgeld, Rente oder ein Auftragsvertrag, folgen eigenen Regeln und sollten individuell geprüft werden.

Entgelt und Beiträge aus steuerlicher Sicht

Seit dem 1. Januar 2019 kann das Entgelt des Ehepartners und minderjähriger Kinder nach denselben Regeln wie das Entgelt jedes anderen Arbeitnehmers als Betriebsausgabe angesetzt werden. Der frühere Ausschluss in Art. 23 Abs. 1 Nr. 10 des polnischen Einkommensteuergesetzes wurde aufgehoben, was für kleine Familienbetriebe eine echte Verbesserung war.

Auch die Beiträge, die der Unternehmer für die mitarbeitende Person finanziert, wirken sich steuerlich aus: Der Sozialversicherungsanteil kann als Betriebsausgabe angesetzt oder vom Einkommen abgezogen werden, bei der Pauschalsteuer vom Umsatz. Die Art der Erfassung hängt von der Besteuerungsform und der gewählten Abrechnungsmethode ab und sollte daher mit der Buchhaltung geklärt werden, bevor die erste Buchung erfolgt.

Die mitarbeitende Person selbst zahlt nichts aus eigener Tasche und ist dennoch vollständig versichert: Sie sammelt Versicherungszeiten und Rentenkapital, nutzt die Gesundheitsversorgung und erwirbt bei freiwilliger Krankengeldversicherung nach 90 Tagen ununterbrochener Versicherung Anspruch auf Krankengeld. Für viele Familien ist das das Hauptargument für eine formelle Anmeldung.

Anmeldung bei der ZUS und die häufigsten Fehler

Die mitarbeitende Angehörige ist innerhalb von 7 Tagen nach Beginn der Mitarbeit anzumelden — mit dem Formular ZUS ZUA, wenn Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge anfallen, oder ZUS ZZA, wenn nur der Krankenversicherungsbeitrag geschuldet wird. Verwendet wird der für mitarbeitende Angehörige vorgesehene Versicherungstitel-Code (05 11). Das Ende der Mitarbeit erfordert eine Abmeldung mit ZUS ZWUA, ebenfalls innerhalb von 7 Tagen. Monatlich werden die Abrechnungserklärung samt Namensbericht eingereicht und die Beiträge bis zum 20. des Folgemonats gezahlt.

Die häufigsten Fehler sind jahrelange unentgeltliche Mithilfe ohne jede Anmeldung (die ZUS kann die Versicherungspflicht rückwirkend feststellen, rückständige Beiträge sind dann samt Zinsen zu zahlen), die Annahme, ein Auftrags- oder Werkvertrag mit dem Ehepartner erledige das Thema, sowie die Vorstellung, eine Gütertrennung schließe den Status aus — entscheidend ist der gemeinsame Haushalt, nicht der Güterstand. Hinzu kommt das Übersehen des Krankenversicherungsbeitrags beim Zusammentreffen mit einem Arbeitsverhältnis.

Sie fragen sich, ob die Mithilfe Ihres Ehepartners oder Kindes in Ihrem Betrieb eine ZUS-Anmeldepflicht auslöst und was sie tatsächlich kostet? Das Buchhaltungsbüro TaxProfis analysiert Ihre Situation, berechnet die Beiträge in der vollen Variante und beim Zusammentreffen von Titeln und bereitet die Anmeldung fristgerecht vor. Kontaktieren Sie uns, um die Einzelheiten zu besprechen.

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Der Inhalt des Artikels dient ausschließlich der Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Rechtslage und genannte Beträge entsprechen dem Datum der Veröffentlichung und können sich ändern. In Ihrem individuellen Fall kontaktieren Sie bitte das Büro TaxProfis.

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